Seit gestern sind wir frei

Allgemein, Deutschland ,

(he) Gestern fand sie statt. Und wir haben gewonnen. Die Schlacht der Völker, die Heeresschlacht. Wir, Preußen und Bayern, Österrreicher und Russen, Schweden und Freischärler, haben den Besatzer, den Unterdrückern, gezeigt, wozu wir in Einigkeit fähig sind.

Das gestern ist nun 200 Jahre her. Eine Zeit in der soviel passierte, dass dieser Befreiungsschlag kaum mehr eine Rolle spielt. Keine Hochgesänge in den Zeitungen die den Markt überfluten, keine glorreichen Reportagen im Fernsehprogramm, keine offiziellen Ansprachen für Freiheit vom Bundespräsidenten, kein lautes Schweigen der Kanzlerin. Vorbei und fast vergessen, dass fast 600.000 Menschen sich gegenüberstanden, von denen über 100.000 Bürger getötet oder verletzt wurden. Vergessen, dass diese Schlacht nicht nur eine Schlacht der Freiheit, sondern eine der Geburtswehen Deutschlands war. Vergessen, dass es die europäische Schlacht war, in der es europäische Bünde gab. Vergessen, dass dies Frieden bedeutete. Vergessen der Jubel des Volkes nach der Schlacht.

VölkerschlachtDie Völkerschlacht heute? In Deutschland undenkbar, da die Bundesrepublik keine antifranzösische Stimmung möchte. Da die Bundesrepublik Angst vor einer Freundschaft mit den Russen hat und lieber in der Türkei ihr heil sucht. Dabei wird gern unter den Geschichtsteppich die Verbrechen der Franzosen gekehrt, wie Österreich gern die Besatzung Wiens vergisst. Der Deutsche Bund ist tot. Der Zollverein Vergangenheit und Deutschland?

Deutscher Bund – Bundesrepublik – Europäische Union?

Nicht, dass wir ewiggestrig wären, doch könnten wir nicht von gestern unsere Lehren ziehen? Können wir nicht Freunde aussuchen, können wir nicht unsere Freiheit bewahren? Können wir nicht …? Nein, können wir nicht. Weil weder das eine noch das andere gewollt oder gar gefördert wird.  Und dennoch finden sich gerade 200 Jahre später, gerade in Zeiten der französisch-deutschen Freundschaft, gerade in der Epoche einer Europäischen Union internationale Gäste ein und bestaunen das Schauspiel am Völkerschlachtdenkmal in Leipzig. Das sind keine ewiggestrigen, keine Ralitätsverweigerer. Es sind Menschen, die auch die Göhrdeschlacht kennen und die Festspiele besuchen, es sind Menschen, die sich noch heute daran erfreuen, dass Preußen und seine Mitstreiter die Freiheit wählten. Auch wenn wir diese Freiheit (zu) oft aufs Spiel setzten, wird Deutschland immer Verbündete haben, um seine Freiheit (zurück) zu bekommen und verteidigen zu können.

Wer genau hinschaut, mag erkennen, dass die Freiheit ein hohes Gut ist, was alle sozialen Gruppierungen benötigen um zu leben, um sich weiterzuentwickeln. Letzteres ist das Leben. So mancher stellt sich, nicht unberechtigt, daher die Frage, ist die EU Freund, ist die Türkei Freund, ist Frankreich Freund?

Ich mag diese Fragen nicht beantworten. Ich weiß nur, wer kein Freund ist muss noch längst kein Feind sein. Und ich weiß, warum es der Bundesrepublik schwer fällt die Geburtswehe Deutschlands zu begehen, ich verstehe dies nur nicht!

 

Mehr zur Völkerschlacht in Bezug auf Deutschland – das Thema im aktuellen Preußischen Anzeiger! 

2 thoughts on “Seit gestern sind wir frei”

  1. Und ich weiß, warum es der Bundesrepublik schwer fällt die Geburtswehe Deutschlands zu begehen,…

    Klären Sie mich auf … warum es ihr schwer fällt!

  2. Danke für Ihre Nachfrage, Sir Toby. Vereinfacht gesagt, würde die Bundesrepublik in Ihrer Ausrichtung gestört, wenn nationale Tendenzen stärker ausgebildet würden. Dies hat bereits in der Geschichte zu umstürzen geführt. Auch eine anti- französische Stimmung wäre für die Bundesregierung nicht positiv zu werten.

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