Retterin muss gerettet werden

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(he) Die Bundessprecherin der AfD aus Sachsen Dr. Frauke Petry hat wirtschaftlich zu kämpfen. Nach Informationen des alternativen Newsletters zog sie in ihrer Firma die Reissleine und meldete Insolvenz an.

Nun ist es heute kein Novum, keine sensationelle Sache mehr, wenn ein Unternehmen, wie eine GmbH, den Bach heruntergespült wird. Vielmehr geschieht es täglich, dass Firmen und Private ihre Hand heben und bankrott sind. Diese Auswirkungen der Politik kratzen heute weder Medien noch Regierung, höchstens die Menschen die damit ihren Lebensunterhalt verdienten. Insolvenzverwalter hingegen können sich freuen, die Auftragslage sieht wohl auch in den nächsten Jahren sehr gut aus, da die Politik ihren Weg treu bleibt.

Dennoch könnte einem ein leichtes Unbehagen im Magen aufkommen. Immerhin trat Frau Petry an, um die Welt oder wenigstens Deutschland zu retten. Ihre Partei und sie selbst wollte bei der Bundestagswahl das ökonomische Gesicht sein – sie hatten Lösungen zur Rettung Europas aufgefahren. Lösungen, die aber wohl nicht eine GmbH retten können. Böse Zungen vermeinen nun, dass Frau Dr. Petry ihren Einzug in den Bundestag als Insolvenzretter gesehen hat. Dies möchte man ihr nicht unterstellen. Jedoch sind die Daten, die obige Internetseite aufzeigt, wirtschaftlich nicht überzeugend. Der Alternative Newsletter formuliert das so:

Petrys Unternehmen PURinvent GmbH steckt seit der Gründung in einer finanziellen Schieflage. Die im Bundesanzeiger veröffentlichten Geschäftsberichte für die Jahre 2007 bis 2011 zeigen einen stetigen Abbau des Anlagevermögens und eine kontinuierliche Zunahme der Verbindlichkeiten bei fallender Liquidität. Im Jahr 2009 konnte die Insolvenz durch die Beteiligung eines stillen Gesellschafters mit € 200.000,– noch abgewendet werden. Im Jahr darauf folgte eine kleinere Kapitalerhöhung. Da jedoch die GmbH niemals in die Gewinnzone geriet, konnte die Trendwende nicht erreicht werden. Frau Petry hat buchstäblich seit 2007 nur Geld verbrannt.

Trotz Pleite möchte die Sächsin ihren politischen Weg vorantreiben. Ihr gutes Recht – und eine Pleite gehört heute fast schon zum guten Ton, wenn man schon keine Straftat vorweisen kann. Dennoch stellt sich die Frage, ob es einem Prof. Lucke gefällt, wenn in einer Partei voller Ökonomen und akademischen Titeln plötzlich ein Pleitegeier um die Ecke schaut. Gut täte es der Partei alle mal. So könnte die AfD aufgerüttelt werden und zu dem Schluß kommen, dass das Leben nicht immer nur mathematisch berechenbar ist und oft anders als auf einem Zeichenblatt verläuft.

Ob der Wähler jedoch dies versteht, wenn eine Partei mit einer Kandidatin auffährt, die zwar Europa und den Euro retten will, aber ihr Unternehmen in die Pleite fährt? Ob der Wähler es verstehen will, dass sie in der Partei von einem besseren Leben mit dem Euro träumt und ihre Mitarbeiter in die Arbeitslosigkeit entlässt.

 

Der Lesetipp zur AfD: [aartikel]1489548599[/aartikel] | [aartikel]B00D0VM9HI[/aartikel]

 

4 thoughts on “Retterin muss gerettet werden”

  1. Die AfD propagiert doch in aller Deutlichkeit, die Insolvenz von Griechenland endlich anzuerkennen, statt sie weiter zu verschleppen. Sie tritt für einen Schuldenschnitt und einen Neuanfang ein. Genau so könnte man diesen Schritt von Frau Petry werten: Als konsequente Forführung der Leitlinien der AfD im eigenen Betrieb.
    Sie ist der Parteilinie also durchaus treu, auch in ihrem eigenen Unternehmen und kann somit als gutes Beispiel für Prinzipienfestigkeit gesehen werden.

  2. Die Pleite der Purinvent hat nichts mit der aktuellen Wirtschaftslage zu tun. Eher mit Unvermögen die Marktchancen eigener Produkte richtig einzuschätzen. Wer braucht bitte schön ein Reifendichtmittel für einen Rasenmäher oder die Schubkarre? Da wird der Anteil potentieller Käufer sehr schnell und sehr klein. Ergo: Man kann mit dieser Idee kein Geld verdienen. Es sei denn, man braucht einfach eine Story um Fördergelder abgreifen zu können. Das zu beurteilen kann nicht meine Aufgabe sein. Normalerweise müssten diese ja, falls beantragt zurück gezahlt werden. Nur einem nackten Mann kann man halt nicht in die Tasche fassen. Dies ist die eine Seite der Medaille.

    Die andere Seite der Medialle lautet schlicht und ergreifend, dass Pleiten Frauke bei der AfD nicht allein zu sein scheint. Da rennen noch mehr Möchtegern Unternehmer herum die letztlich die AfD nur als das sehen, was sie recht schnell für viele wurde. Ein möglicher Ort um ein gesichertes Einkommen mittels satter Diäten zu erzielen. Hätte ja auch fast geklappt.

    1. Mensch Meier,
      mit Verlaub, ich halte sie für eine Trompete mit äußerst mangelhaften Tönen – außerhalb des guten
      Geschmackes.

      Bis neulich!
      Lesen Sie auch meine Einwendungen bei Geolitico und reagieren Sie so, als wären Sie auch
      kurz vor der Anerkennung zum Professor……mit unwiderstehlichen Ausstrahlungen eines preußischen
      Hochadels – verstanden Meyer?

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