Die Mauer ist wieder da

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(he) Heute ist Jahrestag – viele haben ihn bereits verdrängt, dabei lebt die Generation noch, die mitbekam, wie der „eiserne Vorhang“, der „antifaschistische Schutzwall“, die Mauer aufgetürmt wurde. In den ersten Jahren war es noch eine Mauer, die später durch Schussanlagen und diversen anderen Tötungsmitteln erweitert wurde.

Wofür stand sie? War es wirklich dieses Konstrukt, das einen Krieg zwischen Ost und West verhinderte oder doch nur eine Abwehrmassnahme gegen Schmuggel und Flucht? Vieles scheint vergessen und vieles verklärt. Eine echte, also unabhängige, Aufklärungsarbeit gibt es nicht. Dabei wäre sie notwendig! Konservative Stimmen klagen immer lauter, dass man die Verbrechen auch im Nachhinein sühnen sollte. Also eine „DDR-Lüge“ gleichzusetzen wäre mit einer „Auschwitz-Lüge“. Doch wäre damit genüge getan? Gerade Konservative die heute um Meinungsfreiheit kämpfen, sollten nicht den heutigen Tag zum Anlass nehmen, nach weiteren Verboten zu rufen. Die „Rechten“ haben damit genug zu tun, nicht bald selbst verboten zu werden. Ganz Deutschland hat damit zu tun, nicht bald seine Nationalität zu verlieren und gleichauf untersagt zu werden. Dies schmälert keineswegs das Andenken der Mauertoten, der Flüchtlinge. Doch solange Propaganda statt historische Genauigkeit die Entscheidungen und Meinungen sterilisiert, solange sollte man sich nicht festsetzen lassen.

So wie heute die Europäische Union und ihre teilweisen fragwürdigen Gesetze, Vorschriften und demokratischen Grundlagen als Friedensgarant gefeiert wurde, feierte die DDR und ihre teilweisen fragwürdigen Gesetzen, Vorschriften und demokratischen Grundlagen sich und eben auch die Mauer als Friedensgarant. Keiner fragte, ob die US-Amerikanische Mauer nach Mexiko nicht ebenso ein freiheitsraubendes Mittel ist, wie eben jene in Berlin, in Thüringen.

Genau deshalb sollte man heute den Tag nutzen um Freiheit zu fordern. Freiheit der Gedanken, Freiheit der Meinung, Freiheit des Individuums. Und, wer weiterdenken möchte, kann an NSA und STASI, Einreiseverbote oder Zwangseinweisungen denken. So frei, wie es die letzte, noch existierende deutsche Republik sich verkauft, so frei, ist sie mitnichten. Wäre sie frei, dann gäbe es keine Bundeswahlleitersitzungen, keine 5% Hürde. Wäre sie frei, dann gäbe es kein ausräuchern gegen rechts, da rechts wie links zu einer Demokratie gehören, die Säulen dieser darstellen. Wäre sie frei, so würde das Volk zu Europa, zum Euro gefragt werden. Wäre sie frei, dann könnte jeder Bundesbürger das lernen und das lehren, wovon er überzeugt ist.

 

[aartikel]1491299657:left[/aartikel]Und – wäre sie frei, dann würde Ost und West wie Nord und Süd sein – mit Lohngefälle aber mit gegenseitigem Respekt. Wäre sie frei, würde man nicht diskutieren, ob man Bundesländer zusammenlegt. Man würde stolz auf seine Vergangenheit sein, die nicht nur aus 12 Jahren besteht, und Bundesländer wie Preußen zu lassen, man würde in Freundschaft mit Russland leben, statt Vorschriften zu machen und dem östlichen Lande drohen. Ja, wäre man frei, so könnte man souverän Entscheidungen treffen, zum Wohle des Volkes.

 

Der 13. August ist noch lange kein Tag für Freude, denn die Mauer steht noch, in Gedanken und im tun. Es ist aber auch kein Tag der Klage, denn wer nur klagt, der ändert nichts. Der 13. August ist kein Tag der Trauer, Verbote. Nein, er sollte als Andenken an die vermisste Freiheit, als Andenken an die Opfer und als Hoffnungstag für die Zukunft begangen werden.

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