Wir machen Stimmung auf Parteitagen

Michael Werner Nickel, Sprecher der Aktion Linkstrend stoppen e.V., sprach mit dem Preußischen Anzeiger über seinen „Rebellenjob“. Immerhin ist er seit nunmehr 3 Jahren das Gesicht des Vereins, dass es sich zum Ziel nahm die CDU wieder in die „rechte Bahn“ zu lenken. Wir sprachen über „Mutti“ Merkel, die AfD, FDP, Sarrazin und die Zielsetzung des Vereins.

Das vollständige Interview lesen Sie im aktuellen Heft. Einige Auszüge können wir Ihnen an dieser Stelle bieten:

 

Preußischer Anzeiger: Herr Nickel, Sie sind heute seit drei Jahren das „rechte Gewissen“ der Bundeskanzlerin – wie wird man eigentlich zum „CDU-Rebell“?
ALs-Sprecher Michael Werner Nickel: Eigentlich war es Zufall, Herr Ernst. Nach einer langjährigen Anstellung am brandenburgi­schen Landtag zu Potsdam und einem Ausflug in die Wirtschaft, hörte ich von der Suche nach einem Mann mit Stallgeruch. Dahinter stand das Projekt „Aktion Linkstrend stoppen“, wel­ches sich am 13. Februar 2010 mit dem „Manifest gegen den Linkstrend“ um den Anwalt Friedrich-Wilhelm Siebeke konstituiert hatte und die CDU-Führung gehörig aufregte. Da ich schon immer ein Querkopf war und lange in der CDU und ihren Gliederungen „gedient“ hatte – sagte ich ja und habe es bisher auch nicht bereut.
Preußischer Anzeiger: Meinen Sie denn, die Aktion Linkstrend stoppen hat inzwischen irgendetwas erreicht? Wenn ich mir das Programm für die kommenden Bundestagswahlen ansehe, sollten Sie doch furchtbare Bauchschmerzen haben – oder etwa nicht?
ALs-Sprecher Nickel: Zunächst einmal müssen wir das Positive sehen. Die Union will nach der Wahl die Steuern nicht erhöhen, die Innere Sicherheit stärken und die Grenzen sicherer machen. Dazu lehnt sie die Vergemeinschaftung der Schulden der EURO-Mitgliedsländer ab. Das ist sicher vor dem Hintergrund der Tatsache, dass wir auf eine Legislaturperiode voller fetter Kröten zum Schlu­cken zurück blicken, nicht wahnsinnig viel. Aber: Angela Merkel und viel mehr noch das Netz­werk um CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe, Peter Altmaier und Ronald Pofalla haben ihre Karten ganz schön weit ausgereizt. Nicht nur die Bürger dieses Landes haben den Kanal dicht – auch die Bundestagsfraktion folgt in Teilen nur noch widerwillig.
tagesthemen04102011Preußischer Anzeiger:Und das heißt was?
ALs-Sprecher Nickel: Schon auf dem Bundesparteitag 2010 in Karlsruhe rettete die CDU-Vorsitzende Angela Mer­kel ihr 90%-Ergebnis nur mit einer Absage an Schwarz-Grün, an Multi-Kulti-Träumereien und andere von der ALs propagierte Forderungen. Es gab eine stundenlange Diskussion gegen den Willen des Adenauerhauses und eine knappe Abstimmung zur Präimplantationsdiagnos­tik (PID). Neben verschiedenen Lebensschutzorganisationen hatte sich auch die ALs hier sehr engagiert.
Gleich diesem Beispiel pflegen wir inzwischen ein großes Netzwerk in den Unionsparteien – viele Bundestagsabgeordnete unterstützen uns – zum Teil sogar offen. Und viele murren in­zwischen nicht mehr leise: Ein „Weiter so“ und „Augen zu und durch“ geht eben nicht mehr lange – das wissen auch Merkel und Co. Ich denke, die ALs hat heute den Status des frechen Schmuddelkindes, das beim Familientreffen im Sandkasten spielt. Wir gehören dazu, aber hören Sie Herr Ernst, wir wollen bei Mutti auch nicht auf den Arm.
Preußischer Anzeiger:Andere Themen sind die sogenannte Euro-Rettung und die Energie-Wende. Schauen Sie da als Aktion Linkstrend stoppen einfach nur zu?

ALs-Sprecher Nickel: (CDU-)Rebell zu sein ist nicht immer einfach, Herr Ernst. Mit unseren knappen finanziellen Mitteln ist vieles Herzenssache. Wir machen Stimmung auf Parteitagen, veranstalten Regio­naltreffen mit namhaften Referenten (die dankenswerterweise auf Honorare verzichten), or­ganisieren Mahnwachen und Flashmobs, diskutieren im Internet (www.linkstrend-stoppen.de) oder im sozialen Netzwerk wie Facebook und Twitter. So sind wir angetreten, das Sprachrohr der grummelnden Basis zu sein – wollten dem inzwischen leider sehr leise ge­wordenen Berliner Kreis ein Resonanzboden sein. Wo wir nur konnten, haben wir Bundes­kanzler und Finanzminister immer wieder zu einer Umkehr in Sachen ESFS und ESM (Abk. für Rettungsschirme, d. Red.) aufgerufen. Ich selbst stand zwei Tage vor der EFSF-Entscheidung an Krücken vor dem Reichstag. Und ich durfte nicht mal einen Stuhl mitbringen. Der war nicht genehmigt. …

Das vollständige Interview jetzt im Preußischen Anzeiger, auch als digitale Version! Für Spenden an die ALs bei der Mittelbrandenburgischen Sparkasse Potsdam – BLZ 160 500 00 Kto. 1000 98 1700 – dankt der Verein mit 100 Prozent Einsatz für eine bürgerliche Wende!

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