Vegetarier light

Deutschland

(he) Der Staat ist nicht nur verantwortlich für Strassen und Bildung! Nein, er hat auch eine Pflicht gegenüber seinen Mitgliedern. Also dem Volk. Dem Mensch. Besonders naturgemäß jenem Mensch, der Steuern pünktlich und ohne Murren zahlt.

Die BRD hat sich nun überlegt, wie man dem Menschen hilft. Gesundheitlich verankert man den Raucher zum Bösen. Den Fleischesser nun auch. Aber da man es dem freiheitsliebenden Mitbürger nicht verbieten kann, richtet sich der Staat nun erst einmal an die Bedürftigen. Ein Fleischloser Tag und Trinken aus dem Wasserhahn wird vorgeschlagen. Dummdreist nicht in komplizierten Zeilen ausgedrückt, sondern in einem Comic. Von Hartz IV-Beziehern ist ja auch zu erwarten, dass man wenigstens ein vollgezeichnetes Büchlein noch verstehen kann. Egal ob Aufstocker, Kranker oder “echter” Arbeitsloser – alle haben doch mal Zeit für ein Comic, in dem die Tochter sich freut, dass es eine Woche fleischlos zugehen soll. Sie will ja Vegetarierin werden, soll sie jubeln. Da Gemüse und Obst meist teurer ist, fragt sich, wie lange noch gejubelt wird…

Und statt Kaffee, Tee, Brause gibt es … tada Wasser aus dem Wasserhahn. Wegen dem Geld sparen. Ob den Bediensteten schon aufgefallen ist, dass so man so manches Zuckergetränk billiger ersteht als Leitungswasser?

Aber um sich diese Mehrkosten leisten zu können, kommen die Verantwortlichen auf die Idee, Hartzer sollten ihre Möbel verkaufen, duschen statt baden und ein Stein in die WC-Spülung legen …

Wer es nicht glaubt, liest hier nach und bekommt neben diesen wertvollen Tipps auch die Aussage des  Hauptgeschäftsführers des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Ulrich Schneider zu lesen, der sagt:

„Es ist absolut albern, wenn Hartz-IV-Beziehern nahegelegt wird, ihre Möbel zu verhökern, nur noch Leitungswasser zu trinken, Vegetarier zu werden und das Gemüse am besten gleich selbst anzubauen.“

Nein, Herr Schneider, das ist nicht albern. Dies zeigt, wie unser Sozialstaat denkt und wie man die soziale Verantwortung gegenüber der eigenen Mitmenschen ins lächerliche zieht. Wohingegen man für andere, für Fremde, das weltoffene, überreiche Deutschland spielt.

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