Ohne Moos nix los!


Sachlich für Deutschland

(Hagen Ernst) Nachdem ich mein Buch “Alternative für Deutschland oder Alternative gegen Deutschland” herausbrachte gab es unterschiedlichste Meinungen zum politischen Sachbuch. Deshalb möchte ich heute, gut einen Monat nach Veröffentlichung des Buches; heute, nach dem auch andere Autoren die AfD beschrieben, auf die Kritiken eingehen. Hierbei betone ich Kritiken – nicht die Schmähpost einiger AfD-Anhänger, welche dem Irrglauben anhängen mit Beleidigungen und Gossensprache Kritiken und Kritiker verstummen zu lassen. Auch die Androhung von “Shitstürmen” von eben jenen lassen mich eher kalt.

Der Preußische Anzeiger veröffentlichte vor einigen Tagen einen offenen Brief von einem Leser, der nur einen Ausriss aus dem Werk gelesen hat.  Auf diese Kritik möchte ich an dieser Stelle näher eingehen, auch wenn mich mich nicht unter “der Bezeichnung „Preußischer Anzeiger“” verstecke, wie er behauptet. Ich kann dem Lesebriefschreiber auch nicht folgen, was Preußen mit meiner Publikation “Diene … Diene Dir!” zu tun hat. Da ich an dieser Stelle ihm unterstelle auch jenes Buch nicht gelesen zu haben, möchte ich diese Punkte überspringen.

Viel eher erhoffte ich eine kritische Auseinandersetzung mit dem Text, aber auch hier verfehlt der Schreiber meine Hoffnung, da er sich mit dem Ausriss nicht wirklich beschäftigt haben kann. Schreibt er doch

  1. Die Aussage, wonach der 2. Sprecher der AfD, Dr. Adam, den Inaktiven und Versorgungsempfängern z.B. Hartz IV Empfängern das Wahlrecht aberkennen will, ist nicht nachgewiesen. Diese Behauptung scheint von daher aus der Luft gegriffen. Hier muss schon konkret gesagt werden, wann Dr. Adam wo was gesagt hat. Ohne diese Konkretisierung ist die Aussage leichtfertig und unverantwortlich.

Korrekt hingegen ist, dass es sowohl im Text als auch per Fußnote Verweise gibt, wann und wie Dr. Adam diese Äußerungen veröffentlicht hat. Ferner ist dieses Thema auch durch Herrn Lichtschlag unabhängig bestätigt worden. Mit ein wenig Recherche wäre es möglich im Internet den Originaltext auf den Seiten der WELT abzurufen.

Der zweite Punkt der Kritik, die sich teilweise auch auf Amazon wiederfindet, bezieht sich auf die von mir im Buch anonymisierte Leserzuschrift auf ein Interview mit Frau Dr. Petry. Auch hier findet sich der Verweis im Buch wieder, sowie die Begründung weshalb ich anonymisiert habe. Kurz gesagt, der Leserbriefschreiber sowie der Sonntag baten mich darum. Warum sollte ich dieser Bitte nicht nachkommen?

Die dritte Kritik des Schreibers ist die erste sinnvolle Kritik, denn man muss bekanntlich nicht immer einer Meinung sein.

  1. So geht es weiter: Die Anmerkungen zum Abschnitt „Währungspolitik“ zeigen: Der Verfasser hat
  • entweder nicht aufgepasst, was gesagt worden ist oder
  • er hat die volkswirtschaftlichen Zusammenhänge nicht verstanden oder
  • er sucht in den „Krümeln“, um irgendetwas zu finden, was er – auf seine Briefwaage legend – als Widerspruch erkannt haben will.

Da gerade die Sektion Wirtschaftspolitik für eine Wirtschaftspartei wichtig ist, habe ich mehrfach genau gelesen und zugehört. Ich habe unterschiedliche Texte gelesen, verschiedene Interviews mitgeschrieben, was dem Leser auch gerade in den weiterführenden Kapiteln aufgeführt wird. Natürlich kann der Leser denken, ich, als Autor, hätte nicht aufgepasst, habe etwas nicht verstanden oder würde Krümel suchen.  So mancher Krümel ist auch ziemlich groß und könnte als Kuchen oder Brotlaib durchgehen; um in der Sinnsprache zu bleiben. Das hat allerdings auch viel mit dem Aufbau der politischen Ziele zu tun, die mich auch zu dem späteren Fazit verleiten, das ich in diesem Beitrag noch darstellen werde. Aber ist dies nicht auch die Aufgabe eines sachlichen politischen Buches die Feinheiten herauszuarbeiten?

Herr v. Gersdorff zieht daraufhin auch sein Ergebnis, wobei mir persönlich Punkt 1 egal ist – zumal ich nicht wissen kann, was für ihn “ernsthafte preußische Kreise” sind. Punkt 2, mit der Unterstellung, mir ginge es nur darum die AfD schlecht zu machen, ist einfach nur ein falsches – und auch unlogisches Fazit. Dieses kann allerdings durch falsches Verstehen, ungenaues Lesen entstehen. Aus dieser Sicht wäre vielleicht auch der dritte Teil seiner Ergebnisses vertretbar. Und Punkt 4 ist eine persönliche Aussage und Ansichtssache. Zumal ich erstaunt bin, dass man eine Schrift an der man über 5 Monate arbeitet, als “Geschwindschrift” bezeichnet.
 Book Cover FB
Interessant für mich, die Menschen, die das Buch von der ersten bis zur letzten Seite aufmerksam gelesen haben, entdecken Pro und Contras über die neue Partei und diskutieren mit mir sachlich darüber.  Einige Leser und ich selbst sind teilweise überrascht, wie meine Vorhersagungen sich fast wöchentlich bewahrheiten. Dabei ist so manche Entwicklung keine wirkliche Überraschung, sondern nur die logische Weiterentwicklung der noch jungen Partei. Sei es die derzeit vermehrten Austritte, das Delegiertenwahlsysem innerhalb der Partei oder der (auch parteiinterne) Umgang mit Kritikern, deren Spitzen im Facebook erkennbar sind.

Ob nun noch die Zeit in der AfD ausreicht, um umzudenken, um die Basis wirklich zu binden; bleibt fraglich. Mit jedem Tag schwinden die Chancen. Und trotzdem: Die AfD tut der Bundesrepublik gut. Dinge die als alternativlos, unabdingbar verkauft wurden, werden plötzlich diskutiert. Sogar die Medien spielen mit; wenn auch nicht immer fair. Die AfD-Führung aber muss aufpassen, dass dieses – mit einem Bein in der Tür stehen – nicht vor lauter Abgrenzungen dahingleitet. Denn die AfD grenzte sich bisher von rechts, von konservativ, von links, von liberal ab – und sieht sich selbst irgendwie vorn, statt links oder rechts. Wen das an die ersten Tage der Piratenpartei erinnert, der versteht, warum die AfD sich nur mit sachlicher Kritik, die man annimmt, weiterentwickeln kann. Auch stellte ich Parallelen zu anderen (ehemaligen) Parteien dar, gab und gibt es doch bereits Parteien, die sich für den Erhalt bzw. der Wiederkehr der DM einsetz(t)en, ganz ohne die Umwege, wie sie die AfD für wichtig ansieht. Hier wird schnell klar, dass es Denkunterschiede gibt. Stellt Lucke immer wieder dar: Den Euro – ja – aber so wie er heute ist, eben nicht; so ist in der Basis der Abschnitt nachdem die DM kein Tabu sein darf weit mehr gefestigt. Das man diese Klippe ungern zugibt, liegt am System der Partei und wird erst nach der Bundestagswahl auszumerzen sein. Wie das aussehen könnte, beschreibe ich ebenso in “Alternative für Deutschland oder Alternative gegen Deutschland” und führe auf, was passieren könnte, wenn man die Hürden schafft und was passieren wird, wenn man die Hürden nicht überspringt. Im letzterem Falle kann man die Freien Wähler, die Lucke noch im Niedersachsenwahlkampf sponserte, als Beispiel heranziehen.

War es früher Anstand, das man etwas bewertet was man kennt – so nutzt man heute wieder das Prinzip der Königszeit: Die Botschafter schlechter Nachrichten werden geköpft, statt sich um den Inhalt der Botschaft zu kümmern, statt sich vollständig zu informieren und nachzufragen. Das – in meinen Augen – negative Prinzip vom Köpfen des Botens, scheint sich heute wieder durchzuziehen, beileibe nicht nur in den AfD-Kreisen. Es ist eben, auch in Zeiten unserer Informationsgesellschaft einfacher, als an sich selbst zu arbeiten. Hier hat die AfD und das Umfeld längst den Gleichschritt zu den sogenannten etablierten Parteien geschafft. Andere Splitterparteien stehen dem ebenso nicht nach. Kaum ein Wunder: Ist doch die Basis der AfD wirklich weit gefasst: enttäuschte CDU, SPD und FDP Mitglieder fanden hier ebenso ein Zuhause, wie Mitstreiter der erfolglosen Republikaner oder Mitglieder der Partei die Freiheit oder der Piratenpartei. Dies kann sich als eine Chance oder eine Falltür für die Wirtschaftspartei herausstellen.

Dennoch bleibe ich meinem Fazit treu, was der mir bisher unbekannte Herr v. Gersdorff, nicht gelesen hat: Der größte Fehler der AfD ist es, dass man Politik nur vom Rechenblatt ausführen möchte. Aber Politik sollte menschlich sein – dazu gehören Emotionen und Träume.

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