Ohne Moos nix los!


Journalismus als Propagandamaschine

von M. Maier

Wer die Möglichkeit nutzt, mehrere Tageszeitungen zu lesen, die Nachrichten auf unterschiedlichen Radio- und TV-Sendern zu verfolgen, und sich die diversen politischen Gesprächsrunden ansieht wird merken, dass die Medien oftmals zu willigen Gehilfen der politischen Propagandamaschinerie wurden. Nur noch selten wird wirklich kritisch hinterfragt, oftmals die Kurzmeldungen der Nachrichtenagenturen nur nachgekaut, und die Menschen mittels vorgegebener Phrasen desinformiert.

N-TV als Gehilfe
Meinungsmache statt Berichterstattung

Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, mit welchen wertenden Adjektiven die Medien um sich werfen, wenn es um politisch missliebige Personen oder Gruppen geht? Eurokritiker werden zu “Rechtspopulisten”, Menschen die ein liberales Waffenrecht wollen sind dann “gefährliche Waffennarren” der russische Präsident Putin zu einem “Autokraten”, die syrische Regierung zu einem “Regime” und deren Gegner zu “Rebellen”. Die öffentliche Meinung soll durch die veröffentlichte Meinung in jene Richtung gelenkt werden, welche das unselige Geflecht aus Medien und Politik für Richtig halten. Kontroverse Standpunkte oder einfach nur eine neutrale Berichterstattung sind nicht erwünscht. Die Nachrichten dienen nicht mehr der Information, sondern der Politisierung.

Dennoch gibt es in den Printmedien auch immer wieder einige Lichtblicke, wobei dort vor allem jene Journalisten herausstechen, die schon länger für die entsprechende Zeitung arbeiten und sich da auch einen Namen gemacht haben. Diese Mitarbeiter abzusägen dürfte nämlich recht schwer sein. Interessant hierbei ist die Tatsache, dass die Kolumnen und Meinungsartikel der österreichischen Tageszeitungen grundsätzlich kritischer sind, als es bei den deutschen der Fall ist.

Die Auswahl ist entscheidend

Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass manche wirklich wichtigen Meldungen und Informationen entweder unterschlagen, oder nur als kleine Meldung am Rande publiziert werden, während eher unwichtige Belange aufgebauscht und in den Vordergrund geschoben die Schlagzeilen dominieren?

Vorfälle wie die Vergewaltigung mit Todesfolge in Indien führten dazu, dass die Zeitungen und Nachrichten plötzlich mit Meldungen darüber und danach mit ähnlichen Vorkommnissen in anderen Ländern gespickt waren. Die geplante Enteignung der Sparer durch neue Regelungen der EU hingegen stehen dann – trotz Zypernkrise – hintenan. Der Fall Hoeneß wird bis auf das Letzte ausgereizt, anstatt das System kritisch zu hinterfragen, welches dies nicht nur möglich, sondern auch noch reizvoll gemacht hat.

Diese gezielte Wertung und Reihung von Nachrichten und Meldungen führt zu einer einseitigen Berichterstattung, welche die Menschen lenken sollen. Sie sollen sich über bestimmte Dinge empören, und damit auf die nächsten Schritte der Politik vorbereitet werden. Die selektive Wahrnehmung wird durch selektive Nachrichten gestärkt.

Ein Strukturproblem?

Ein weiteres Problem liegt auch in der Struktur des heutigen Journalismus: Waren die Journalisten früher hauptsächlich festangestellt, so dominieren heute Zeitverträge und “freie” Journalisten als Bezahlschreiber, welche sich den Vorgaben der Konzernleitungen zu beugen haben. Ganz zu schweigen davon, dass ein Großteil der Medien – egal ob Druck, Radio, oder TV – in den Händenweniger Unternehmen liegt.

Wer in der privaten Presse froh darüber sein muss, für vier Tage Recherche 200 Euro zu erhalten, wird sich davor hüten zu kritisch zu schreiben. Und bei den öffentlich-rechtlichen Sendern? Da verdienen die Journalisten zwar besser, aber die Linie gibt die Politik vor. Hier gilt: Regierungspropaganda vom Feinsten in den Nachrichten und “Polittalks”, während Kritiker durch den medialen Dreck gezogen werden.

Da werden Agenturmeldungen eins zu eins übernommen oder leicht umformuliert – und diese gar zu hinterfragen wäre ein Sakrileg ohne Gleichen. Dass die Nachrichtenagenturen in den Händen weniger Menschen liegen und durchaus auch manipulativ eingesetzt werden, scheint kaum einem Journalisten oder Redakteur in den Sinn zu kommen.

Beispiel Syrien

Ein aktuelles Paradebeispiel für die mediale Manipulation ist Syrien. Ausgewählte Journalisten “berichten” aus der Gegend, stellen Behauptungen auf, und lenken die öffentliche Meinung dort hin, wo sie nach Ansicht der führenden Köpfe hin soll: Die syrische Regierung ist böse, die Opposition ist gut, und eine militärische Intervention sinnvoll.

Dass aber die inhomogene syrische Opposition nicht nur aus Demokraten, sondern auch aus Islamisten und diversen radikalen Splittergruppen besteht, wird verschwiegen. Dass die syrische Opposition in Sachen Kriegsverbrechen der Regierung um nichts nachsteht, ebenfalls. Auch die Tatsache, dass ein Sturz der Assad-Regierung wohl zu irakischen oder ägyptischen Verhältnissen führen würde, wird nicht erwähnt.

Und so werden Meldungen lanciert, wonach die syrische Regierung Chemiewaffen einsetzen und ethnische Säuberungen durchführen würde. Ob dies der Wahrheit entspricht, ist absolut unklar, zumal die tendenziöse Propaganda erheblich daran zweifeln lässt. Ein Blick auf alternative Medien (z.B. das “Compact Magazin“) zeigt deutlich auf, welche Mittel die “etablierten” Medien für ihre Ziele einsetzen.

Das Fazit

Schlussendlich bleibt die Feststellung, dass man sich angesichts der politischen Lenkung durch die Medien stets mehrere unterschiedliche Quellen ansehen sollte. Im Falle des Irakkriegs, des Afghanistanfeldzuges und des syrischen Bürgerkriegs sind unsere (westlichen) Medien beispielsweise lediglich ein Propagandainstrument, damit die Menschen eine militärische Intervention “des Westens” befürworten.

Doch auch was die Vorgänge in der EU und den einzelnen europäischen Staaten betrifft, beleuchten die Massenmedien oftmals nur eine Seite der Medaille. Der Kurs lautet da pro EU, pro Euro, pro Regierung – Kritik wird da nur selten und wenn, dann äußerst verhalten geäußert. Achten Sie auf die wertenden Wortwahl, und Sie werden sehen, woher der mediale Wind weht.

 

(M. Maier betreibt den Blog “Wacht am Rhein” und ist als freier Autor, unter anderem auch für den Preußischen Anzeiger tätig. Unser Lesetipp:  Politische Korrektheit – Wenn Tabus und Denkverbote das öffentliche Leben bestimmen – Auch als E-Book erhältlich.)

,

Kommentar verfassen

Bitte "Daumen drücken"

Mit einem Klick geht es weiter: zeigen Sie was Sie sehen - oder warten Sie wenige Sekunden, um weiterlesen zu können. Vielen Dank!


||Nach oben||||Zur Starseite||||Impressum||

Copyright © 2016 Das Copyright dieser Seite liegt, wenn nicht anders vermerkt, bei Romowe - Beiträge stellen ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Meinung des Verlags oder die Meinung anderer Autoren dieser Seiten wiedergeben.