Ohne Moos nix los!


99% und alternativlos

AfDNun denn. Auch Niedersachsen hat nun den Landesverband der, sich selbst so nennenden, Alternative für Deutschland.

Dank eines guten Mediaplanes kommt derzeit keine Zeitung, kein Fernsehsender an Prof. Lucke und seine treuen Genossen vorbei. Schließlich wächst die, unter Kritikern so genannte, Professorenpartei nahezu stündlich. Mehr und mehr Mitglieder lassen sich von der “Anti-Euro-Partei” vereinnahmen, obwohl Professor Lucke überall betont, dass man ja gar nicht so wirklich gegen den Euro sei. In Stefan Raabs Sendung “Absolute Mehrheit” sprach er nur davon den “Südstaaten” die Möglichkeit zu geben aus dem Euro auszutreten. Dabei wäre der Umkehrschluss für die Bevölkerung der BRD mit hoher Wahrscheinlichkeit besser. Doch soziales oder gar konservatives Denken ist der AFD nicht auf die Fahnen geschrieben, obwohl gerade konservative Wählerschichten sich hier die größte Hoffnung aufbauten. Nein, der Sprecher der AfD stellt sogar klar, dass man mit “rechts” nichts zu tun haben möchte.

Vielleicht ist dies sogar notwendig, da in der BRD rechts mit Satanismus, National(sozial)ismus gleichgestellt wird, ist man eher irgendwie liberal. So liberal, dass man Kohl als den Retter Europas verehrt. Eben jener der zugab, den Euro als Diktator eingeführt zu haben. Eben jener der im Spendenskandal den Schwanz einzog und lieber schwieg, als den Rechtsstaat zu unterstützen. Das passt, wenn Lucke in fast jedem Beitrag das Wort Konservativ von sich und seiner Partei zurückweisst, wie die AfD in die Aufreihung der Blockparteien.

Nun denn, trotz solcher Aussagen – und der unrühmlichen Vorgeschichte mit den Freien Wählern (lesen Sie hier unseren Beitrag im Preußischen Anzeiger!), hat Lucke seine Genossen im Griff: Bundesweit wie auch in Niedersachsen. Prof. Bernd Lucke wurde hier mit 99% zum Spitzenkandidaten gekrönt, Ulrich Abramowski zum Chef der Niedersachsen.

Der Spitzenkandidat betonte in Lüneburg: “Die Euro-Krise breitet sich ungehindert weiter aus. Es ist dringend erforderlich umzusteuern und die verfehlte und teure Rettungspolitik zu beenden.” Die Antwort auf das “Wie” wird verschwiegen, weiss doch der Ökonom Lucke genau, dass er keinen Euro-Austritt erzwingen kann, so sollte er auch wissen, dass noch jeder Nationalstaat seine eigenen Gesetze erschaffen kann. Lucke jedoch geht davon aus, bald den anderen Staaten (mit) vorschreiben zu können, wie man die Geschicke lenkt. Das geht aber nur über ein einheitliches Europa. Und dieses fordert Lucke, wenn er von gleichhohen Steuersätzen für die Staaten der EU eintritt.

Hieran sieht der mitdenkende Wähler, dass die AfD keineswegs gegen Euro oder Europa agiert, sondern einen engeren Zusammenschluss sucht. Genauso wie die SPD/Grünen oder die CDU/FDP. Viel mehr wird Luckes Partei das Kleingewicht sein, mit welchen Farben Deutschland in die Europäische Union eingeht. Aber die AfD wird dies weder verhindern wollen noch können – das Endergebnis steht also fest, denn wirklich eurokritische Stimmen verhallen lautlos:

Von der Deutschen Nationalversammlung ist bisher sowenig zu hören, wie von der Konservative Union. Erstere will zur Bundestagswahl antreten, jedoch scheint man bisher kaum öffentliche Wirkung auszuüben. Die Freiheit und die Deutschen Konservativen spielen in ihrer eigenen Dorfliga sich selber die Bälle zu und die Partei der Vernunft zeigt sich bisher ebenso zurückhaltend.

Wie sich immer mehr herausstellt, wird der Autor von “Konservativ aus der Konserve” ( bei Amazon oder Bücher.de zu bestellen) recht behalten. Die konservativ denkenden Mitmenschen können nur gewinnen, wenn man gemeinsam auftritt und den Blockparteien sowie neuen liberalen möchtegern Weltverbesserern mal die rote Karte zeigt. Doch dies wird nicht passieren, so lange sich rechts von rechts distanziert und sich von linken Blättern vorschreiben lässt was man wie zu sagen hat.

Die Freiheit hat es gelernt, seitdem man in Bayern vom Verfassungsschutz kontrolliert wird, die Pro Bewegungen der Republik haben es gelernt, seitdem man auf die Strasse musste: Man zeigt sich besser zahnlos – und das ist dann wirklich alternativlos: zu 99%!

 

3 comments on “99% und alternativlos
  1. Nachdem die Landesparteitage der AfD abgeschlossen sind wird offensichtlich, dass mehr oder weniger ubekannte ehemalige CDU und FDP Mitglieder das sagen haben und so alter Wein in neuen Schläuchen daher kommt. Auch erklären sich die Stimmergebnisse recht einfach. Wer wie in Brandenburg geschehen den Gründungsparteitag des Landesverbandes zur geschlossenen Veranstaltung macht und AfD Mitglieder regelrecht auslädt der erzielt natürlich 99% Ergebnisse wie es sie nur in der DDR gab.

  2. Gemeckert ist immer schnell, werter Herr Autor. Wo ist denn IHRE Alternative? 😉 Die FREIHEIT oder die Pro’ler, die sie ja richtigerweise selbst der “Dorfliga” zuordnen? Wohl eher nicht. Schon alleine ihrer eurokritischen Haltung wegen ist die AfD das Wahlkreuzchen wert, denn niemand anderes mit einer derart guten Prognose hat selbiges zu bieten. Ansonsten empfehle ich mal das Parteiprogramm anstatt nur Fragmente aus dem TV zu rezipieren. 🙂

    • Ich antwortete Ihnen ja bereits auf Facebook:
      “…, da Sie mich direkt ansprechen, ich habe die 2 Seiten Parteiprogramm gelesen und war auch zu Gast bei AfD Veranstaltungen. Die Fernsehgespräche nahm ich daher mit in den Text auf, da hier Leser dies leichter kontrollieren können, als Sätze die hinter verschlossenen Türen gesagt wurden und werden. Ferner stehen sich ja die AfD und die Linke derzeit recht nahe, wenn doch beide “diesen Euro” nicht haben wollen (flg. https://www.facebook.com/hagen.ernst/posts/590959467595895: AfD Lucke lobt Lafontaine (Linke) – mein Kommentar dazu: “War nicht die Linke die erste Partei, zumindest im Bundestag, die nicht “diesen” Euro wollte? Was soll dann diese Aussage vom Prof. Lucke? Das stellte übrigens auch Dr. Gysi in der Pro7-Raab-Sendung Absolute Mehrheit klar. Da konnte der AfD Sprecher nur lächeln und alte Kamellen hervorholen. Wer also dachte, die AfD steht “rechts” von der CDU, der denkt auch die CDU sei christlich, die SPD sozial und die FDP wäre gelb.” ( http://www.jungefreiheit.de/Single-News-Display-mit-Komm.154+M53950486642.0.html ) )
      Meine Alternative? Ich sehe derzeit kaum eine wirkliche Alternative – trotzdem muss ich mich als kritischer Zeitzeuge nicht mit dem zufrieden geben, was mir geboten wird. Die echte Alternative wäre ein Zusammenschluss der konservativen Parteien auf dem kleinsten Nenner. Doch dies scheitert an Empfindlichkeiten der Beteiligten.

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