Ohne Moos nix los!


Wo Kunden drangsaliert werden

asozialJa, es gibt sie: die arbeitsscheuen Mitmenschen. Diese gehörten zu allen Zeiten in unsere Welt. Mal nannte man sie Asozial, mal Senator. Während man in der DDR gegen “asoziales Verhalten” Gesetze erschuf wurde in der BRD jeder Arbeitssuchende schnell als asozialer abgestempelt. Lebt er doch von den Steuern der anderen…

Nun, so könnte man meinen, auch ein Arbeitsloser oder Abhängiger vom Sozialamt zahlt Steuern: Mehrwert-; KfZ-; Hundesteuer oder einfach die Abgaben die auf Miet-, Fahr- oder Veranstaltungspreise erhoben werden. Doch das reichte dem gutgläubigem BRD Bürger immer weniger. Und die Politik konnte sich auf Kosten der ärmeren Gesellschaft etablieren: schnell wurde Hartz IV erschaffen. Wenn auch nicht so, wie es der Namensgeber wollte.

Nun zeigt sich aber die Misere der Hartz IV-Errungenschaft immer mehr, denn viele Hartzer hartzen nicht: sie bekommen zusätzlich zum Arbeitsentgeld Hartz IV. Aufstockung genannt. Und der “nur” hartzender ist gleichgestellt wie eben jener der arbeitet. Vielleicht erhoffte sich hier die Politik die nächste kleine Revolte, mit der man schnell Wählerstimmen einfangen konnte? Ein Deifel, wer da böses denkt!

Doch in den Behörden, die keine Behörden mehr sind; unter dem wohlwollenden Namen ARGE, Jobcenter udgl.; zieht der Unmut auf. Nicht nur der Unmut der Antragsteller – sogenannte Kunden – die teilweise vom Sicherheitsdienst begleitet werden …

 

  • welcher Kunde würde sich so etwas vom privaten Unternehmen bieten lassen?
  • welcher Kunde würde in einem Geschäft stundenlang warten wollen?
  • welcher Kunde würde sich freiwillig psychisch fertig machen lassen?
  • welcher Kunde würde auf seine Bestellung freiwillig Monate warten?

Ich denke kein echter Kunde. Und da die ARGE und Co. jeden Antragsteller als Kunde sieht und keine Behörde mehr ist, darf man die Fragen noch erweitern, nämlich mit welchem Recht eine private Firma dermassen Eingriff in das Leben ihrer Kunden nimmt.

Nun könnte man sagen, man muss ja nicht dahin … Ich denke, jeder Aufstocker wird über einen solchen Einwand milde lächeln, da ohne Aufstockung vielfach der Arbeitsort, dank Fahrpreiserhöhungen und Spritkostenverteuerung, nicht mehr erreichbar wäre. Viele Hartzer würden gern arbeiten gehen, wenn man sie denn liesse – zu einem fairen Lohn!

Aber ist der Zweck der Arge den Antragssteller in seinen Beruf; kommt von Berufung; zurückzuführen? Oder liegt der Grund überhaupt in der Arbeitsvermittlung?

Derzeit taucht immer wieder im Norden der Republik ein Name auf, der die Arbeitsleistung der ARGE; des Jobcenters; in Frage stellt. Jene Tätigkeit, die die Leute vorführt und mit Sanktionen bedeckt. Also Gelder nicht auszahlt, welche eigentlich für den Antragssteller gedacht waren. Inge Hannemann, so der Name der mutigen Dame, stellte sich gegen die Praxis, fässt – als Nochmitarbeiterin eines Jobcenters in Hamburg – das heisse Eisen an. Und selbst der NDR musste wohl berichten:

 

Doch reicht diese Frau aus, um das System zu ändern, um die Wurzel zu packen?

Geplant sind nun, wie schon des öfteren, Demonstrationen gegen das System Hartz IV. Dabei wäre doch alles so einfach: Eigentum verpflichtet. Würde der Arbeitgeber sozialer werden (können), würde die Politik die richtigen Rahmen schaffen (können), wäre das Hartz IV System vielleicht sogar gerecht. Zumindest gerechter als die DDR-Gesetze gegen asoziale Mitmenschen. Doch solange arbeitswillige oder behinderte Menschen unter einem menschenunwürdigem System stehen und Angst vor dem nächsten Brief haben müssen ist Hartz IV nichts weiter als ein inhumanes Mittel zur Steuerung der einkommensschwachen Mitmenschen!

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